Zur Stunde gucke ich auf gamespot.com, während ich inverse Vektoriterationen berechne, die Pressekonferenz von Sony auf der E3. Dort wurde, wenn auch schon vorher bekannt, gerade die PSP go vorgestellt. Diese neue kleinere Version von Sony’s mobiler Spielekonsole bzw. Handheld verzichtet auf das von Sony vormals verwendete UMD Mediaformat, bei dem Spiele auf seperaten Datenträgern erworben werden konnten. Das Gerät verfügt über 16 GB Speicherplatz und ist – wie schon die “alte” PSP – als Spielekonsole mit mobilem Mediazugriff (a.k.a. MP3, Video-Player) positioniert.
Durch den Wegfall von UMD liegt der Vergleich mit dem iPod touch nahe, der – betrachtet man die Fernsehwerbung – von Apple auch eher als mobile Spielekonsole positioniert wird wobei der Namesteil “iPod” in “iPod touch” ja bereits ausreichend die “Medienkompetenz” des Geräts betont.
Derzeit muss man allerdings sagen, dass dem iPod mindestens zweieinhalb Voraussetzungen fehlen um tatsächlich den Markt der PSP direkt anzugreifen.
1. Grafik und Sound-Hardware: Der iPod bietet zwar für ein mobiles nicht-100%-Gamekonsolengerät eine sehr gute Grafikleistung, um aber an die Grafik der PSP heranzutreten wäre hier doch noch ein deutliches Update nötig. Ich kenne mich auf dem Chipmarkt nicht aus, aber die PSP-Hardware ist auch bereits 5 Jahre alt und ich denke, durch ein Upgrade der Grafikhardware könnte man die PSP hier sogar noch überflügeln. Vom Nintendo DS ganz zu schweigen. Gut wäre auch ein Sound-Upgrade, die PSP bietet hier sehr überzeugenden Stereo-Klang, der iPod touch nur einen “Quäker”-Lautsprecher.
2. Steuerungshardware: So gut viele der bereits veröffentlichten Spiele sich mit dem Motionsensor spielen lassen oder ein “digitales” Touchpad auf dem Screen umgesetzt wurde, so richtig gut spielen kann man einfach nicht – ohne “echte” Buttons. Zumindest ein digitales Steuerkreuz und vielleicht sogar einen analogen Controller sollte es dafür geben.
2 1/2. Software: Obwohl einige der großen Entwickler bereits auf den Zug aufgesprungen sind, beispielsweise SEGA oder EA, macht doch die Software die Hardware erst nutzenswert. Dies ist allerdings nur ein halber Punkt, erstens weil es wie gesagt bereits jede Menge Spiele für das Gerät gibt, zweitens, weil – sollte 1. und 2. umgesetzt werden, dieser Punkt sicher sehr schnell wegfallen würde.
Stellen wir uns also folgendes vor. Apple erneuert den iPod touch mit entsprechend stärkerer Hardware und ergänzt das Gerät z.B. mit einem optionalen Gamecontrollerzubehör. Durch die einfach zu programmierende OpenGL Basisplattform und das lukrative Geschäftsmodell könnte ich vorstellen, dass in kürzester Zeit nicht nur die großen Spieleentwickler gleichwertige oder sogar höherwertige Spiele für diese Plattform herstellen würden, der iPod touch würde auch von den jetzt schon vorhandenen vielen kleinen unabhängigen Entwicklern profitieren. Abgesehen davon, stehen für den iPod touch immer noch alle anderen App Store Anwendungen zur Verfügung, genauso wie der iTunes Wireless Store und würde damit – zumindest in meinen Augen – selbigen zu einem wesentlich besseren Gerät machen, als es die PSP go es nun ist.
Geht man noch einen Schritt weiter, kann natürlich auch beides in das iPhone gebaut werden. Damit würde das Gerät zum ultimativen “Digital Life Companion” werden und sich durch GPS Navigation, Gameconsole und mobiles Internet sehr schnell “amortisiert” haben – selbst bei einem etwas höheren Preis und der (Zwangs-)Verbindung mit einem Mobilfunkvertrag.
Ich denke mit dem nun wohl bald erscheinenden iPhone “4G”, wie immer es dann heißen mag, wird ein derartiges Update noch nicht angedacht oder zumindest umgesetzt sein. Für die Aktualisierung des iPod touch, die wohl dann im September anstehen würde, könnte ich mir diese Schritte aber durchaus vorstellen. Was Apple tatsächlich aus dem Hut zaubert, wird sich dann zeigen – ich für meinen Teil würde für sowas durchaus mein hart verdientes Geld ausgeben.