Mit ‘3gs’ getaggte Artikel

iPhone 3GS: “Spiel Titel von Uhhh Zwei!”

Samstag, 27. Juni 2009

Anders als erwartet, habe ich meine heutige Ration Info D bereits hinter mich gebracht und kann nun ohne schlechtes Gewissen einen ersten kurzen Erfahrungsbericht zum neuen iPhone 3GS verfassen.

Ich nehme das Fazit mal vorweg, da man sich schon beschwert hat, meine Beiträge wären zu lang: Wer durch Verkauf seines alten Geräts oder sonstige Machenschaften wie Vertragsverlängerung für unter 100 Euro an das Teil kommt, dem sei es grundsätzlich empfohlen – mehr würde ich für dieses, zumindest derzeit noch, eher moderate Update nicht hinblättern.

Warum? Nun, fassen wir mal die Neuerungen zusammen, und damit meine ich die Dinge, die man nur auf dem iPhone 3GS bekommt. Innovationsbomben wie Cut, Copy & Paste gehören da nicht dazu, die sind nämlich Bestandteil des 3.0 Firmware Updates, in dessen Genuss auch iPhone 3G (ohne S) und iPod touch Nutzer kommen.

  • S wie Speeeeeed. Das wohl gewichtigste Feature des 3GS, immerhin im Namen vertreten, ist trotz meiner anfänglichen Skepsis, durchaus nicht unbeachtenswert. Natürlich ist irgendwie klar, dabei bleibe ich, dass eine neue Hardwaregeneration schneller ist, als der Vorgänger. Beim Vergleich iPhone 3G versus 3GS fällt der Unterschied beträchtlich aus. Alle Programmstarts sind fast doppelt so schnell, Browsen macht wieder Spaß, elendige Ladezeiten von z.B. SimCity oder Google Earth sind nun mehr als verträglich. Wer sein iPhone also tatsächlich nutzt – und das nicht nur zum Angeben – wird dieses Feature zu schätzen wissen.
    Was dabei noch völlig unerwähnt bleibt, ist der neue Grafikprozessor des Geräts, der unabhängig von möglichen Optimierungen sogar bis zu 4x so viel Leistung bringt, wie sein Vorgänger. Das merkt habe ich insbesondere beim Spielen von Crash Bandicoot Nitro Kart gemerkt, aber auch bei Hero of Sparta oder SimCity. Allerdings ist das längst nicht alles, durch Open GL ES 2.0 Unterstützung ist die Grafikhardware jetzt programmierbar und bietet so noch mehr Potential für mobile Spiele, wobei die PSP (ich schrieb schon derartiges) locker übertrumpft werden kann.
  • Video und Kamera: Meiner Meinung nach auf Platz 2 gehört die Innovationsbombe Video. Ach, andere Handys können das schon seit Jahren? Oh, na ja – ist trotzdem nett und natürlich Apple-like einfach zu bedienen. Die Kamera hat jetzt statt 2, 3 Megapixel, Autofokus und die Möglichkeit 25 FPS (?) VGA (sprich 640×480) Videos aufzunehmen. Ersteres macht die Kamera nun wirklich alltagstauglich und letzteres finde ich insbesondere im Bezug auf MMS sehr nett. Für die Meisten wird wohl die YouTube Integration mehr Gewicht haben, da ich aber nicht so der YouTube Nutzer bin, freue ich mich mehr darüber jemanden eine nette Videobotschaft zu senden. (Z.B. wie ich genüsslich in einen Burger beiße, während andere Arbeiten müssen ;) )
  • Voice Control aka Sprachsteuerung: In Handys schon seit einigen Jahren vertreten, nun endlich auch auf dem iPhone. Gewichtsmäßig für mich Feature Nummer 2, zwar genauso wenig innovativ wie “mehr Speed” aber trotzdem nett. Zumindest teilweise. Was wirklich nett ist, ist die Rufwahl die durch das Sagen von beispielsweise “Ruf Nicolas Neubauer.” initiiert wird. Sind mehrere Nummern unter dem Namen gespeichert, fragt das iPhone, welche man denn wählen möchte “Mobil, Privat, Andere …”. Sehr nett, man kann natürlich auch gleich sagen “Ruf Nicolas Neubauer Mobil.” Ich habe jetzt nicht meine komplette Kontaktliste durchprobiert, aber in meinem Adressbuch sind über 200 Personen und Firmen (”Ruf China Kurier!”) mit Namen gespeichert und bisher hatte ich vielleicht einen Fehler bei der Erkennung. Dazu muss man natürlich sagen, dass die Kontakte bisher alle deutschsprachige Namen hatten… Hier liegt nämlich das Problem:
    Die Sprachsteuerung erlaubt es auch den iPod via Sprache zu bedienen und was Apple hier liefert kann wirklich nicht deren Ernst sein. Das iPhone interpretiert alle Interpreten und Albennamen in der gewählten Sprache – in meinem Fall also Deutsch. Doof nur, dass ca. 95% meiner Musiksammlung nicht von deutschen Interpreten stammt. Sagt man also “Spiel Titel von U2.” Sprich: Ju Tuu, teilt das iPhone freudig mit: “Sie hören Titel von Silbermond.” Hä? Ich bin nicht sicher, ob Steve Jobs vielleicht zu viel mit der Deutschen Bahn gefahren ist, aber das iPhone verlangt tatsächlich nach “Spiel Titel von Uhhhh Zwei.” um obige Aufforderung korrekt umzusetzen. Obwohl die Sprachsteuerung bei deutschsprachigen Interpreten und Alben (”Spiel Album Männersachen.”) wunderbar funktioniert, muss Apple hier dringend nachbessern – dann hätte man allerdings tatsächlich die wohl beste Sprachsteuerung in einem mobilen Gerät. (Zumindest im Vergleich zu dem, was ich bisher so gesehen und ausprobiert habe…)
  • Neue Kopfhörer: Die neuen Apple Kopfhörer mit integrierten Knöpfen für lauter und leiser werden nun auch vom neuen iPhone unterstützt. Hierzu kann man wenig sagen. Funktioniert halt und ist auch nett, aber ständig die Lautstärke ändert man ja nun doch nicht, also auch kein Killerfeature.
  • Nike+iPod: Wer es nicht kennt, hier geht es um Sport – der Kleidungs- und Sportschuhhersteller Nike bietet seit einiger Zeit die Möglichkeit mit einem speziellen Sensor im Schuh und einem Dongle für iPods Trainingsläufe zu tracken und Statistiken auszugeben, dazu steht auch eine Online Community bereit. Das neue iPhone hat hierbei einen Empfänger für den Sensor in den Schuhen integriert und bietet dazu auch eine Applikation direkt auf dem Gerät. Nett für Leute die das benutzen. Da ich persönlich eher auf Crosstrainer stehe, aber wohl nichts für mich. Trotzdem immer noch einen Tick besser als …
  • Kompass: Das letzte wirklich neue Hardware-Feature des iPhone. Das Gerät enthält jetzt einen Kompass, der – oh Wunder – per Applikation zeigt, wo Norden ist. Wenn man nicht gerade Geocacher ist, vermutlich nicht sonderlich brauchbar solange keine Applikationen irgendeinen sinnvollen Gebrauch davon machen. Einziger Vorteil: Die Maps Applikation lässt die Karte auf Wunsch nun in Blickrichtung rotieren, was beim Navigieren zu Fuß durchaus vorteilhaft ist. Mehr aber auch nicht.

Das war’s. Wirklich. Gut, da sind natürlich noch so Kleinigkeiten, wie etwas längere Akku-Laufzeit, bisher allerdings noch nicht extrem in Erscheinung getreten (gut, ich hab natürlich seit gestern viel rumgespielt…) und sowas wie fettabweisendes Glas auf dem Bildschirm. Nichts also, was den fettdruck verdient hätte.

Um also noch mal zu resümieren: Speed ist tatsächlich das Killerfeature des Geräts und – sollten nun Spieleentwickler tatsächlich die Plattform ausnutzen hätte man schon eine bessere PSP in der Hand. Mit Voice Control und Video kommen zwei Features, die das iPhone wieder gleichauf mit anderen Mobiltelefonen bringt, zumindest was Hardware angeht und die gewohnt schöne Softwareintegration lässt das iPhone diese gleich noch überflügeln. Dringend nachgebessert werden muss bei Voice Control, die derzeitige Sprachabhängigkeit für den iPod ist eher ein Witz als ein Produkt.

Da es sich beim 3GS im Vergleich zum 3G also eher um Evolution als um Revolution handelt bleibt mein Fazit: Ein Nettes Gerät, für das ich aber derzeit, zumindest ohne deftige Spieleunterstützung, auf keinen Fall mehr als 100 Euro “Upgrade-Gebühr” bezahlen würde.

T-Fail und das iPhone 3GS

Samstag, 27. Juni 2009

Auch wenn ich mich gestern schon nicht per Twitter zurückhalten konnte, hier nun noch ein kleiner Artikel über mein geschicktes T-Fail ähh -Mobile Austricksen, das dazu geführt hat, dass ich nun ein nigelnagelneues iPhone 3GS in den Händen halte ohne meinen Vertrag verlängert zu haben.

iPhone 3GS

iPhone 3GS

In meinem vorherigen Artikel hatte ich ja bereits beschrieben, dass die Telekom es offenbar nicht nötig hat, sich mein Geld zu eigen zu machen, denn ich wäre gerne bereit gewesen zu einem anständigen Preis, denn so wie ich es jetzt gemacht habe, war das Gerät auch nicht umsonst, eben das neue iPhone zu erwerben.

Wie habe ich es jetzt also hingekriegt? Na, ich habe zwei Möglichkeiten in Betracht gezogen: 1. eine Mehrheitsbeteiligung am Telekom Konzern – Kostenpunkt rund 17 Mrd. Euro und 2. ein Neuvertrag – Kostenpunkt: siehe unten.

Erste Möglichkeit wäre eigentlich die bessere gewesen, denn so hätte ich unter Umständen gleich mal die Mehrzahl der inkompetenten Mitarbeiter entlassen und in die Callcenter ein großes Plakat mit dem Wort “Service” und einer allgemeinverständlichen Erklärung hängen lassen können. Leider konnte ich den letzten Tagen nicht die gesamte Summe aufbringen, daher habe ich mich notgedrungen für Option 2 entschieden. Ich hatte ja schon geschrieben, dass man so für etwas über 700 Euro an das Gerät kommen kann, aber das war mir dann doch zu viel und glücklicherweise gibt es da eine hinreißende junge Dame, die gerade einen Neuvertrag abschließen wollte aber – zu meinem großen Glück – kein Handy braucht. Die Idee liegt auf der Hand: Sie nimmt das iPhone zu ihrem normalen Studenten-Flatrate-Tarif (heißt übrigens Max M Friends) und ich zahle ihr den Aufpreis für den Vertrag (10 Euro/Monat) sowie den subventionierten Gerätepreis (rund 100 Euro). Summasummarum bin ich dabei ausgezeichnet weggekommen, bedenkt man den Wiederverkaufswert meines alten iPhone 3G.

Wer also zufällig jemanden kennt, der gerade einen Telekom Neuvertrag abschließen möchte, aber kein iPhone braucht, dann kann ich das vorgehen nur empfehlen, da auch das neue iPhone keinen Sim- sondern nur einen Net-Lock besitzt und deshalb problemlos mit der “alten” T-Mobile Simkarte funktioniert.

Warum jetzt eigentlich T-Fail. Nun abgesehen von der Tatsache, das neue iPhone nicht allen Bestandskunden anzubieten, habe ich in den letzten Tagen folgende Dinge beobachten können müssen.

  • Idee: Xtra Card die noch auf eine andere Person läuft übernehmen und dann in Laufzeitvertrag umwandeln (mit iPhone). Problem: 1. Das Formular zu bearbeiten dauert offenbar Tage. 2. Die Tatsache, dass man nach Übernahme der Karte erstmal 3 Monate Inhaber sein muss, bevor man das ganze zu einem Laufzeitvertrag machen kann wurde im T-Fail-Punkt leider verschwiegen.
  • Idee: Nachfragen ob das jetzt auch irgendwie zu beschleunigen ist, schließlich soll ein neuer Vertragskunde gewonnen werden. Problem: Die Hotline – 2202 – ist leider auch Tage nach der 3GS Veröffentlichung absolut überlastet, einen Mitarbeiter konnte weder um 17.00 noch nach 4maligem Versuchen gegen 20.00 Uhr noch um 23.00 Uhr erreicht werden. Soviel zu “beschleunigen”.
  • Idee: Scheiß drauf. Einfach in den Laden und jetzt halt n komplett neuen Vertrag. Problem: Keine iPhones mehr da. Gut, nach 2 iPhone Releases mit absolutem Run auf die Geräte und monatelangen Wartezeiten kann man sicher schwer abschätzen, wie viele Geräte man so da haben sollte…

Glücklicherweise konnten wir bei Media Markt noch eins erhaschen, wobei der Mitarbeiter zwar keinen sonderlich vertrauenserweckenden Eindruck gemacht hat und der Meinung war an der Stelle “Händerunterschrift” sollte der Kunde unterschreiben (war sicher sein erster Vertrag, den er abgeschlossen hat…). Trotzdem hat es letzten Endes geklappt und nun darf ich stolz (Quelle: Patrick) verkünden:

Ein kleiner Erfahrungsbericht folgt, wenn ich mich gleich wieder vom Info D Lernen ablenken will.