Meine neue “Der kleine Nicolas will ein Aquarium”-Reihe hatte ich ja schon angekündigt, und dies soll nun der erste (inhaltlich wichtige) Artikel zum Thema sein.
Grundsätzlich war mir von Anfang an klar, dass es bei Aquarien kleine und große gibt. Nicht klar war mir, dass das Aquarium, je kleiner, desto schwieriger zu pflegen ist. Apropos pflegen.
Irgendwie es ist ja schon komisch, wenn sich einem neuen Metier gegenüber sieht, von dem man keine oder nur wenig Ahnung hat. Ich meine Grundsätzlich sind die Leute, die sich damit auskennen ja erstmal “komisch” – also merkwürdig. Da wird über Bakterien gefachsimpelt, Gesellschaftsverhalten, Gruppengrößen und Beckenausmaße, Algen, Filter, Wasserwerte, Lebendfutter und jeder Menge mehr, die bei einem Außenstehenden ein großes Fragezeichen auf die Stirn zaubert. Vielleicht fragt man sich sogar, ob man auch mal so “jemand komisches” wird und ein bisschen ängstigt es einen, bald 24 Stunden am Tag gespannt vor dem Becken zu sitzen, um das Brunftverhalten junger Guppies zu beobachten. Vor allem würde mich interessieren, wie das große G jetzt mein automatisches Persönlichkeitsprofil verändert, wo es mit mir den Begriff Aquarium verknüpft.
Okay, zuallererst sollte mal klar sein, dass ich das Aquarium erstmal zum Großteil als Einrichtungsgegenstand sehe und mir noch gar nicht so sicher bin, ob mir Aquaristik als “Hobby” überhaupt Spaß macht. Wir werden sehen. Nun aber zum informativen Teil.
Also, wie oben schon beschrieben sollte das Becken nicht zu klein sein, insbesondere, wenn man noch wenig Erfahrung hat. Das liegt wohl vor allem daran, dass die große Wassermenge mehr Kompensationsmöglichkeiten bei Fehlern bietet, als in einem kleinen Becken. Anschaulicher Vergleich: Pinkelt ein Betrunkener in den Rhein, sterben deshalb nicht weltweit alle Fische. Bei einem 54 Liter Aquarium sieht das unter Umständen schon anders aus… Ganz abgesehen davon, habe ich bei der Wahl natürlich auch den Begriff “Einrichtungsgegenstand” in den Entscheidungsprozess einfließen (eine besonders passende Metapher, nicht?) lassen. Ist das Teil so mickrig, macht es natürlich wenig her. Abgesehen davon, wirkt es unter Umständen deplatziert und mit mangelnder Aufmerksamkeit auch sicher mangelnde Pflege erhalten. Natürlich spielt auch das liebe Geld eine Rolle. Ein, wie oben verpöntes, 54 Liter Becken (im Fachjargon ”60er”, da im Allgemeinen 60 cm breit) gibt es als Komplettset schon ab etwa 40 Euro. Danach – so scheint es – steigen die Preise exponentiell. Ich habe mir einige Becken angesehen und fand preislich noch vertretbar sowie Platz- und Volumentechnisch ein “80er” (das heißt 96 oder 112 l) Becken angemessen. In dieser Größe muss man bereits mit etwa 100 Euro für ein Komplettset rechnen. Natürlich gehen auch noch wesentlich größere Größen, die allerdings, wie gesagt dann schnell teurer werden. Wichtig ist bei der Wahl der Beckengröße auch die Unterlage. Das gute Stück soll ja nicht auf dem Fußboden stehen, sondern am besten in Augenhöhe. Dabei bietet sich ein stabiler Schrank (Obacht: 1 l Wasser wiegt im Allgemeinen 1 Kg) an oder wer nichts passendes zur Hand hat, ein speziell konzipierter Aquarienunterschrank. Die gibt’s zwar nicht bei IKEA aber in Fachgeschäften (auch Zoohandlungen) kann man diese durchaus dazu erwerben. An dieser Stelle möchte ich noch einmal erwähnen, dass sich ein Preisvergleich auf jeden Fall lohnt.
Ein Beispiel zum Preis. Ich war hier in Osnabrück sowohl beim Fressnapf und beim Futterhaus, wobei ich beide Zeitweise durcheinander bringe und dann vom Futternapf spreche. Erstere hatten ein Angebot für ein “80er” Becken für 99 Euro, letztere eines für 109 Euro. Normalerweise kosteten die Becken dabei 109 bzw. 129 Euro. Gut, 20 Euro scheinen einem jetzt nicht soooo viel, aber letztlich sind das schonmal 20 % des Preises und wenn man bedenkt, was noch so auf einen zukommt… Auch bei den Unterschränken bietet sich ein Preisvergleich an. In den Geschäften kaum unter 80 Euro zu kriegen, bietet z.B. der Online Händler zoooplus.de einen passenden Schrank für knapp 45 Euro an.
Eine gute Alternative zum Neukauf ist sicher auch der Gebrauchtkauf z.B. bei eBay. Ich hatte dort auch einige Aquarien im Auge und gehofft, dass die Preise auf Grund des meist ausgeschlossenen Versands, eher günstig seien. Trotzdem habe ich leider kaum Schnäppchen finden können. Häufigster Preis waren etwa 150 Euro für ein 100er Becken mit Unterschrank, was dem entspricht, womit man für ein günstiges 80er mit Unterschrank rechnen muss. Dabei sollte man bedenken, dass auch die technischen Geräte, die dann dabei sind “gebraucht” sind und insbesondere Pumpen ja auch nach ein paar Jahren gewisse Verschleißerscheinungen zeigen.

Aquarium ("80er") mit Unterschrank
Okay, fassen wir es also zusammen. Becken und Unterschrank sind schonmal essentiell, Größe und Preis sind dabei zu beachten. Was bedeutet jetzt “Komplettset”? Das bedeutet, dass die notwendigen technischen Gerätschaften schon mit im Set dabei sind. Da wäre zu nennen: Ein Filter mit Pumpe, hält das Wasser sauber und bietet Raum für nötige Bakterien, dazu später mehr, ein Heizstab – es wird wohl um tropische Fische gehen, also muss das Wasser entsprechend temperiert sein, eine Abdeckung mit Beleuchtung, man will ja auch was sehen, außerdem brauchen Fische und Pflanzen Licht – Photosynthese und so. Dabei gibt es auch offene Aquarien, also ohne Abdeckung, die sind aber eher in den höheren Preisregionen anzusiedeln und man sollte sich überlegen, ob man das will, hat ja auch Nachteile (Geruch, Luftfeuchtigkeit, rausspringende Fische…). Damit ist man technisch schonmal gut ausgestattet.
Ich persönlich habe mich übrigens für das FressähhFutterhaus-Angebot entschieden, weil die Geräte da von einem Markenhersteller sind, namentlich Eheim, Jäger und MP. Man sollte bei der Wahl des Sets nämlich zusätzlich bedenken, dass in so einem “Billig”-Angebot natürlich auch billige Technik dabei ist. Nun kann man es drauf ankommen lassen und erstmal ausprobieren ob man damit klar kommt, oder gleich etwas mehr ausgeben. Ich habe mir da für letzteres entschieden, allerdings bin ich mir noch nicht so sicher, ob der Filter auch “leise” arbeitet und ob sich die Investition gelohnt hat. Das muss jeder selbst entscheiden. Außerdem habe ich bei zooplus.de einen entsprechenden Unterschrank erworben. Kleines Manko, mein Becken hat in der Tiefe nicht die Standard 35 cm sondern nur 30, was den Unterscheid zwischen 96 und 112 l ausmacht. Erstmal nicht so schlimm, einen “dicken” Aquarienhintergrund, dazu später mehr, werde ich daher aber nicht einbauen. Was noch zu erwähnen ist, dass man eine Aquarienunterlage kaufen sollte. Das ist eine entsprechend große Schaumstoffunterlage, die nötig ist, da schon kleinste Steinchen (Staub oder sowas) unter dem Aquarium Spannungen im Glas zur Folge haben können, die das Glas zum Brechen bringen (Sintflut). Alternativ gibt es Aquarien mit einer Fuß- oder Sockelleiste, die für den entsprechenden Ausgleich sorgt. Hier sollte, sowie meine Recherche ergeben hat, keine solche Unterlage verwendet werden.
Soviel erstmal, morgen gibt es dann mehr zu Kies und Nährboden, sowie Fotos, wenn ich den Tisch aufgebaut habe.