Wie Roland treffend beschreibt, beginnt nun die Hexenjagt. Nach dem Amoklauf gestern wird nun natürlich nach Gründen gesucht und erneut geraten brutale Computerspiele in die Diskussion. In den nächsten Wochen darf man sich also auf vermutlich meist unfundierte Aussagen diverser Politiker freuen, vielleicht sogar als Wahlkampf-Thema.
Ich will nichts beschönigen, aber gestern Abend kam im Radio die Aussage der Junge hätte “häufig dunkle Klamotten getragen” und auf seinem Computer seien sowohl “Killerspiele” als auch “Pornobilder” gefunden worden. Die Korrelation liegt auf der Hand, besonders Menschen mit dunklen Klamotten, sind sicher Risikokandidaten.
Interessant fände ich psychologisch fundierte und anerkannte Studien zum Thema Aggression und Computerspiele. Nach einer schnellen Google-Suche habe ich nämlich die unterschiedlichsten Aussagen gefunden.
Die Meinung scheint also geteilt zu sein, aber letztlich denke ich ist die ganze Diskussion sowieso hinfällig, da Computerspiele mit brutalem Inhalt mit Sicherheit nicht nach internationalem Recht verboten werden. Ich würde behaupten, die meisten Jugendlichen – offenbar auch Tim K. (komisch, im Radio wurde sein Nachname noch gesagt…) – haben diese Spiele nicht gekauft sondern als Raubkopieren sonstwo her. “Counter Strike” beispielsweise, nicht dass ich das toll fände, wird ja immer als Paradebeispiel herangezogen ist ab 18 Jahren und hätte damit von Tim K. gar nicht gekauft werden können. Verantwortungsbewusste Verkäufer vorausgesetzt. Ein Verbot von FSK18 Spielen in Deutschland hätte vermutlich nur zur Folge, dass sich Erwachsene über selbiges ärgern und die Jugendlichen weiter ihre gebrannten Spiele spielen. Ich denke Kritik haben im wesentlichen die Eltern verdient, die nicht anständig darauf achten mit was ihre Kinder ihre Freizeit verbringen. (Update: Konsens. (SPON))
Ich bin auf jeden Fall gespannt, was die Politik in den nächsten Tagen und Wochen so anbietet. Falls übrigens jemand Psychologe ist und “die” Studie zum Thema kennt, würde ich mich über Hinweise freuen.