Nachdem ich ja in meinem letzten Beitrag die Vorbereitungen beschrieben hatte, ging es vorgestern in die Praxis.
Erstmal habe ich den entsprechenden Aquarienunterschrank aufgebaut und an die richtige Position gestellt. Dank des absolut ebenen Bodens in meiner Wohnung konnte ich dann noch etwa eine Viertelstunde damit verbringen, das Ganze mit selbstklebenden Bodenschonern auszutarieren. Dass der Schrank gerade (Wasserwaage) stehen sollte, versteht sich wohl von selbst. Der Unterschrank von zooplus.de ist übrigens zu empfehlen. Der Aufbau war einfach (wenn man von Anfang an darauf achtet, alle Bretter richtigherum einbauen), er sieht gut aus und vor allem ist er sowohl für Becken mit 35er und 30er Tiefe geeignet (Oberseite und Unterseite können getauscht werden).
Aquarium mit 5 Litern Wasser auf dem Unterschrank
Danach kam dann das Becken drauf (auf Sockelleiste oder Unterlegmatte denken) und wurde erstmal mit 5 Litern Wasser gefüllt um sicherzustellen, dass der Spaß auch dicht ist. Da nach 15 Minuten nichts leckte, konnte dann Nährboden und Kies eingefüllt werden. Vorher sollte allerdings die Aquarienrückwand angebracht werden. Bei mir ein ganz schöner Krampf, der mit einem eher mittelmäßigen Ergebnis endete. So eine Rückwand ist eigentlich eine gute Sache, weil dann erstens die Fische eine feste Seite haben und nicht von allen Seiten “rausschauen” und zweitens man nicht die Tapete hinter dem Aquarium sieht. Bestenfalls kann mit dem richtigen Motiv noch eine gewisse Tiefe und einen Abschluss schaffen und den Kontrast zu Pflanzen, Deko und Fischen erhöhen. Ich habe mich für eine bedruckte Rückwandfolie entschieden. Wenn ich ein größeres Becken hätte, hätte ich aber auf jeden Fall etwas mehr investiert um eine strukturierte Rückwand für die Innenseite zu nehmen. Das sind schon wesentlich besser aus. Außerdem musste ich zu Hause leider feststellen, dass der “Künstler” meiner Rückwand ein für die Größe ungeeignetes Digitalfoto verwendet hat und zudem ein bisschen ungeschickt mit den Helligkeit/Kontrast-Photoshop-Reglern gespielt hat. Unter Umständen werde ich mir bei Gelegenheit noch mal die Folie von Juwel (”POSTER”) bestellen, die erstens etwas dunkler ist (besserer Kontrast, passt gut zu meinem Boden) und auch besser aufgelöst scheint. Ich warte jetzt erstmal, wie die Pflanzen wachsen. Das Anbringen war insofern ein Krampf, alsdass die Folie leider “falschrum” aufgewickelt war und sich so immer wieder ablöst. Anbringen kann man die übrigens mit speziellem Kleber oder einfach Wasser. Dazu besprüht man das Aquarium (notfalls einfach nass machen) mit Wasser (also an der Rückseite) und drückt dann die Folie einfach dran. Die Luftblasen drückt man dann optimalerweise mit so einer harten Tapezierrolle oder einem abgerundeten Plastik-Eiskratzer zum Rand raus. Im besten Fall hält dann alles und dazu noch ohne Luftblasen. In meinem Fall leider nicht, deshalb habe ich links und rechts ganz außen noch einen Streifen transparentes, doppelseitiges Klebeband angebracht und die Folie so fixiert.
Ist das Teil erstmal dran, kann jetzt das Befüllen losgehen. Erstmal die Nährbodenschicht. Ich habe ja schon beschrieben, dass ich den 5,8 kg Eimer von TetraPlant hatte, den ich auch komplett in das Aquarium gegeben habe. Die Schicht war am Ende etwas mehr als 2 cm hoch.
Nährboden und Rückwand im Becken
Der Boden sollte natürlich möglichst eben sein, damit überall gleichviel zur Verfügung steht. Darauf kommt dann der Kies, den man vorher einmal auswaschen sollte (auch wenn der Kies vorgewaschen ist). Ich hatte leider kein Sieb das fein genug war, deshalb habe ich eine Schüssel genommen, zu entsprechenden Anteilen meine beiden Kiessorten gemischt eingefüllt und einfach mit Wasser durchgesprudelt (also Wasser rein- und rauslaufen lassen). Der Kies war insgesamt sehr sauber, aber trotdzem kam noch etwas trübes Wasser heraus. Schließlich sollte der Kies dann ins Becken und zwar so, dass er vorne etwa 3 cm und hinten etwa 5 cm hoch ist (wie die Fressnapf Broschüre empfiehlt). Meine 15 kg waren dafür eigentlich optimal geeignet. Nicht zu viel, nicht zu wenig.
Nährboden und Kies (nach hinten steigend)
Schließlich kommt die Technik ins Becken. Filter und Heizstab müssen also angebracht werden. Ich habe mich dazu entschieden, beides auf der linken Seite anzubringen und zu hoffen, dass die Pflanzen davor die Technik zumindest etwas abdecken würden. Wichtig ist dabei nur, dass die Geräte dort angebracht werden, wo der Deckel auch eine Öffnung hat. Angeschaltet werden dürfen die Geräte allerdings erst, wenn das Becken mit Wasser befüllt ist.
Ist alles angebracht, werden Pflanzen gekauft. Pflanzen sind essentiell für den Sauerstoffhaushalt des Beckens und sehen dazu noch gut aus. Welche Pflanzen man nehmen kann, erfährt man im Zooladen. Ich habe in bester Michael Jackson Manier einfach nur “This, this, this … this …”-gesagt und keinen Widerspruch der Verkäuferin erhalten, entweder sie wollte nur viel verkaufen oder alle Pflanzen sind relativ gleich gut geeignet. Wichtig war ihr nur, dass am Anfang auf jeden Fall eine schnellwachsende Pflanze dabei ist. Dabei empfahl sie die Wasserpest, die ich persönlich allerdings (nomen est omen) hässlich finde.
Damit das Interieur stimmt, sollten auch schon entsprechende Dekorationsmaterialien gekauft werden. Typisch sind verschiedene Steine, Wurzeln oder (finde ich persönlich kitschig und unnatürlich aber wem’s gefällt) Plastikdeko wie “versunkene Säulen”. Ich habe mich da für eine große Wurzel entschieden und zwei weiße Steine, um eine Kontrast zum dunklen Boden zu schaffen. Ein bisschen Deko sollte auf jeden Fall drin sein, damit die Fische eine Möglichkeit haben sich zurückzuziehen oder zu verstecken. Bei Wurzeln ist übrigens wichtig, eine spezielle aus dem Zoohandel zu nehmen (z.B. eine Mangrovenwurzel). Die sind speziell getrocknet, normale Wurzeln können Unterwasser gammeln und das Wasser so belasten. Steine muss man natürlich nicht kaufen. Alle Dekomaterialien sollte man aber gut auswaschen, bevor sie ins Becken kommen. Naturzeug (Steine, und Wurzeln) sollte man außerdem abkochen um Bakterien und vor allem Pilze abzutöten. Bei Wurzeln ist es übrigens so, dass diese am Anfang Farbe abgeben und unter Umständen erstmal auf dem Wasser schwimmen. Das geht aber nach ein paar Tagen vorbei und kann durch ordentliches auskochen auch vermindert werden. Wurzeln kosten übrigens etwa 5 bis 20 Euro, je nach Größe und Steine ab etwa 1 Euro, besondere mit Lochbohrung können durchaus 10 manchmal auch mehr Euro kosten.
Beim Kauf von Deko und Pflanzen sollte man natürlich schon eine grobe Idee von der Innenarchitektur des Beckens haben. Hier kann man sich dann kreativ austoben. Ich habe mich für eine gesunde kontrastreiche Bepflanzung entschieden mit der Wurzel als Eye-Catcher und zwei Weiß-Schwarz-Gepunkteten Steinen als Bodenkontrast. Für die Bepflanzung muss man übrigens mit Preisen zwischen 2 und 8 Euro pro Pflanze rechnen. Ich bin für 10 Pflanzen verschiedener Preislagen etwa 35 Euro losgeworden, entsprechend sollte man vorher ein Budget festlegen.
Das Dekorieren und Bepflanzen funktioniert dann so, dass das Becken erstmal etwa zur Hälfte mit Wasser gefüllt wird. Damit man den Grund nicht unnötig aufwühlt, bietet es sich an, einen Teller auf dem Boden zu platzieren und den Wasserstrahl darauf zu richten. Wasser bekommt man übrigens mit einer extra für das Aquarium gekauften (keine Dünger oder Spülmittelreste!) Gießkanne am besten ins Becken. Halbvoll können die Pflanzen und Dekoelemente eingesetzt werden.
Bei den Pflanzen läuft das so, dass man diese entweder als Bund oder als Topf bekommt. In beiden Fällen ist unten so ein Plastik, Schaumstoff, Watte-Zeug dran, das man möglichst gut entfernen sollte, ohne die Wurzeln arg zu schädigen. Ich habe den Eindruck gehabt, dass dies unter fließendem Wasser am Besten geht. Abgestorbene Blätter und Wurzeln sollte man natürlich entfernen und dann (laut JBL-Konservativen-Heft) die Wurzeln etwa ein Drittel beschneiden (scharfe Schere).
Danach müssen die Pflanzen möglichst an der richtigen Position tief in den Boden gesteckt werden. So genannte Rosettenpflanzen sollten danach wieder bis zum Wurzelansatz herausgezogen werden. Danach noch den Boden wieder einigermaßen glätten, fertig. Außer dem Gefriemel beim Lösen der Pflanzen aus ihrem Watteboden eigentlich problemlos.
Ist alles eingesetzt, sollte man sich noch mal überlegen, ob nun alles so sitzt, wie man möchte. Späteres umsetzen erschwert natürlich das Anwachsen der Pflanzen. Ist alles zur Zufriedenheit gelaufen kann das Becken aufgefüllt werden (wie beim ersten Mal natürlich mit temperiertem Wasser – sprich so 25*C). Weil ich den Boden nicht unnötig aufwühlen wollte, habe ich dazu den Gießkannenaufsatz (dieses Teil, das Wasser wie aus der Dusche macht) benutzt. Ob das so schlau war, weiß ich allerdings nicht, da das Wasser so extrem mit Sauerstoff angereichert wurde und das für die Pflanzen nötige CO2 ausgeströmt wurde. Da ich aber erst spät fertig war, also die Pflanzen danach gar kein Licht mehr bekommen haben, war das aber wohl nicht so schlimm.
Ist das Becken voll (etwas über die Unterkante der Abdeckung), nochmal Filterposition kontrollieren. Der Ausfluss sollte sich etwa 1 bis 2 cm unter Wasser befinden, damit die Oberflächenströmung den Gasaustausch begünstigt. Ist alles in bester Ordnung, Stecker rein und den ersten Wow-Effekt erleben.
Wow.
In meinem Fall war das Wasser direkt nach dem Befüllen absolut klar und das ganze Becken sah richtig gut aus. Besonders den dunklen Kies kann nicht empfehlen. Unter Umständen ist das Wasser auch ein bisschen trüb oder durch die Wurzel gefärbt, das legt sich dann aber nach ein paar Tagen. Mein Filter, namentlich Eheim 2010, ist übrigens relativ leise, ich hab zwar nicht so den Vergleich aber ich finde die Lautstärke okay und ich bin sonst ein absoluter Silent-Fanatiker, der sogar die Laptop-Festplatte zu laut findet. Danach sollte noch ein Wasseraufbereiter ins Becken, der Chlor und Metalle bindet, und das Wasser fischgerecht macht. Den sollte man auch immer beim Teilwasserwechsel zugeben.
Danach kann man sich erstmal zurücklehnen und seine neuste Errungenschaft betrachten und sich hoffentlich daran erfreuen. Fische dürfen da allerdings noch nicht rein. Es muss sich erstmal ein biologisches Gleichgewicht bilden, bis man nach und nach mit dem Besatz beginnen kann. Bakterien lagern sich im Boden und im Filtermaterial an, die später die Schadstoffe wie Nitrit abbauen. Ich werde mir in der nächsten Woche entsprechende Tests für den PH-Wert, Härtegrad und Nitrat/Nitrat besorgen und dann mal einen Wassertest machen. Das Becken wird jetzt bis nach Ostern erstmal stehen und wenn danach die Wasserwerte stimmen, können die ersten Fische einziehen. Einen Artikel werde ich noch meiner Pflanzenwahl widmen, sobald ich herausgefunden habe, welche das überhaupt sind…