Gestern hat mein Aquarium die ersten (erwünschten) Bewohner erhalten. Zuletzt hatte ich ja von vermeintlich kränkelnden Pflanzen und einer sich anbahnenden Schneckenplage berichtet. Erfreulicherweise waren beide Befürchtungen unnötig.
Moooooooos??!
Mit den Pflanzen sieht es so aus, dass mittlerweile alle bis auf das Moos (ich weiß immer noch nicht wie der Krams heißt) einen ordentlichen Wachstumsschub hinter sich haben. Die vermeintlich sterbende Pflanze aus meinem letzten Posting hatte zwischenzeitlich sogar die Wasseroberfläche durchstoßen, sodass ich diese und die (wie auch immer sie heißt) Wasserpest nur mit kleineren ähhh Blättern (?) bereits etwas stutzen musste. Da das Wasserpestteil sowieso keine Wurzeln bekommt und eigentlich eine Schwimmpflanze ist, habe ich die Spitzen einfach wieder “eingepflanzt” also in den Kies gesteckt… Genauso habe ich es bei der anderen Pflanze (vielleicht ein Wasserfreund?) gemacht und siehe da, auch diese Stängel scheinen anzuwachsen. Demnächst habe ich sicher einige Ableger zu vergeben – falls jemand Interesse hat.
Gedeiht prächtig...
Wie bin ich jetzt weiter verfahren? Also, zunächst hatte ich ja das Becken jetzt 2 Wochen einfach so stehen lassen und um das Anwachsen der Pflanzen gebangt. Dann habe ich nach Ostern von meinem Vater Nitrit und PH-Messstäbchen (mit 3 s!) mitgehenlassen bekommen und mal geguckt, was das Wasser so für Werte hat. Der PH-Wert lag irgendwo zwischen 6 und 7, der Nitrit-Wert bei 0. Was mich ein bisschen stutzig machte war das Haltbarkeitsdatum der Nitrit-Stäbchen: Juni 1993. Immerhin nach der Wende. Damit ich die Fische nicht gleich vergifte, bin ich also noch mal ins Aquarienfachgeschäft gefahren und habe “frische” Tests besorgt. Dabei habe ich einen 5 in 1 Test von JBL gekauft, der zusätzlich noch Nitrat und Wasser und Karbonathärte angibt. Nun weiß ich zumindest, dass ich eher weiches Wasser habe (zwischen 5 und 7 °dH (das bedeutet Grad deutscher Härte, patriotisch, oder?)). Der Nitrit-Test hat sich da dann doch leicht verfärbt und war etwas schwächer als die 0,5 mg/l Kontrollfarbe. Leider war die Skala darunter nicht mehr aufgelöst, sodass ich den genauen Wert nicht ablesen konnte aber auch zu geizig war noch einen Tröpfchentest zu kaufen, der nochmals mit etwa 10 Euro zu Buche schlägt. 1 mg/l Nitrit ist übrigens bereits fast tödlich für die Fische… Weil ich kein Fischquäler sein will, habe ich also noch Denitrol von JBL (was übrigens Jot-Beh-Äll gesprochen wird und nicht etwa Dschäi-Bi-Äll) gekauft. Darin sind denitrifizierende Bakterien, die sich normalerweise auch von alleine bilden, aber dann hätte man wohl noch etwas warten müssen. Laut Verpackung erlaubt dieses Wundermittel den Fischbesatz direkt 48 nach Inbetriebnahme. Ich habe ja schon 2 Wochen so laufen lassen und nun noch 48 Stunden gewartet, sollten also lebensfähige Bedingungen im Becken herrschen.
Also ab in den Fressnapf, weil mir dort die Welse (das sollte die ersten Bewohner sein) besser gefallen hatten als im Futterhaus. Meine Keule (die sich mit dieser Bezeichnung übrigens gar nicht anfreunden kann…) im Gepäck, also ab zu den Becken. Eine freundliche Mitarbeiterin hat uns dann sehr fachkundig (das ist das Gegenteil von dem, wie man offenbar bei Saturn beraten wird) (Lob!) beraten, meinte aber, dass man nicht mit Welsen beginnen sollte, wenn noch keine ausreichende Menge an Algen im Becken wären und das ist bei mir (Gott sei Dank) nicht der Fall. Außerdem hat uns die junge Frau erklärt, dass die Welse durch aus so (und dann hat sie ihre Finger etwa 12 cm gespreizt) groß werden können. Hui, da hat man ja schon schiss ins Becken zu greifen… Also haben wir uns erstmal die anderen Fische angesehen und letztlich beschlossen, mit einemr Harem Familie Platys zu beginnen. Auf ein Männchen sollten dabei drei Weibchen kommen (oder andersrum? egal …).
Futter musste natürlich auch her, wobei ich erfahren habe, dass man normales Hauptfutter (das sind solche Flocken) braucht, das fressen wohl fast alle Fische, und außerdem für die Platys noch solche Pflanzentabletten. Die enthalten wohl vor allem getrocknete Algen, die die gerne fressen, sonst wären nämlich meine Pflanzen dran. Um es nicht auszusparen. Kostenpunkt für etwa 250 ml Flocken (eine kleine Dose) etwa 3 Euro, wie lange man damit hinkommt weiß ich noch nicht, 160 Tabletten (wieder von JBL, vermutlich auch die teuersten, die wollen ja auch Geschäfte machen…) etwa 10 Euro. Da man so eine Tablette am Tag füttern sollte reicht das dann aber auch fast ein halbes Jahr, ist also zu verschmerzen. Die vier Fische selbst haben übrigens auch rund 10 Euro gekostet.
Die Beratung fand ich gut und wirkte fachkundig, es wurde auch genau nach Wasserwerten, etc. gefragt. Alles in allem also zu empfehlen, auch wenn ich die Fische im Futterhaus etwas günstiger in Erinnerung hatte.
Zu Hause angekommen, hab ich dann den Beutel samt Fischen ins Aquarium gelegt, und über den Zeitraum etwa einer halben Stunde immer wieder etwas vom Aquarienwasser in den Beutel getan, damit sich die neuen Bewohner langsam an ihr neues zu Hause gewöhnen können. Danach habe ich den Beutel dann raus genommen und durch einen Kescher in ein großes Gefäß gegossen gegeben. Dann flux mit den Fischen wieder zum Becken und rein damit. Obacht, die Dinger zappeln ganz gut, nicht, dass noch einer raus hüpft. Danach erstmal das Licht auslassen, damit Stress abgebaut werden kann (apropos, den Beutel am besten dunkel im Auto mitnehmen, und natürlich nicht so arg schütteln). Nach etwa einer Dreiviertelstunde (darf auch ruhig etwas mehr sein…) habe ich dann das Licht wieder eingeschaltet und die Fischchen zum ersten Mal beobachtet. Einen großartig traurigen Eindruck haben sie nicht gemacht und sind eigentlich ganz munter durchs Becken geschwommen. Scheinbar ist jedoch mein Filter etwas stark eingestellt gewesen, sodass sie manchmal kaum gegen die Strömung ankamen.
Am ersten Tag soll man laut JBL-Broschüre noch nicht füttern. Heute habe ich also erst den Filter weiter gedrosselt (sollte nun etwa 220 l/h Durchsatz haben, was ja etwa 2x dem Beckeninhalt entspricht und noch ausreichen sollte), wodurch die Strömung glaube ich doch etwas geeigneter ist. Dann habe ich zum ersten Mal etwas Futter ins Becken gegeben und siehe da. Nach anfänglicher Verwirrung ging das große Fressen los. Der Aquarienmensch hat gemeint, man sollte etwa so viel Füttern, wie in 2 Minuten restlos gefressen werden kann. Das scheint zwar ganz schön wenig, aber die Fische sollen ja auch nicht zu dick werden (?!). Außerdem habe ich dann noch so eine Tablette ins Becken gegeben, die erst wenig Beachtung fand, dann aber doch angefuttert wurde. Hier gilt die 2 min Regel wohl nicht oder eine Tablette ist zu viel für 4 Fische, auf jeden Fall haben sie die nicht ganz geschafft. Vielleicht ist sie ja bis heute Abend weg.
Ansonsten scheinen die Vier doch recht munter zu sein, sie fressen und schwimmen herum. Scheint also alles okay zu sein. Was ich ein bisschen komisch finde ist, dass sie häufig gegen die “Wände” des Beckens schwimmen und dort dann auch entlang (vielleicht wollen sie raus?). Vielleicht ist das aber normal, das Becken muss ja erstmal erkundet werden. Man kann ja auch nicht erwarten, dass sie sich hübsch an der Frontscheibe drapieren, damit man sie gut beobachten kann. Da die Dinger ziemlich flux unterwegs sind, kann man leider kaum gute Bilder machen (ohne Blitz). Einen ersten Eindruck kann man aber doch gewinnen:
Platy (weibchen, glaube ich) - erste Beckenbewohner
Wenn alles gut geht, werden die nächsten (dann vermutlich die Welse) Bewohner nächste Woche einziehen. Ich habe übrigens gelesen, dass die Platys zwischen 10 und 80 Junge bekommen und zwar nach 24 Tagen. Mal gucken, was der gute alte Darwin dazu sagt… (dazu passt übrigens auch eine meiner letzten Weisheiten, der Dirk sogar einen eigenen Artikel gewidmet hat.)